Unsere Geschichte

1909–1911: Die Anfänge

Bereits 1909 wurde in Dröschede Ballsport betrieben – zunächst als „Ring-Treten“. 1911 schlossen sich zwei lokale Mannschaften zum F.C. Borussia Dröschede zusammen. 1911
 Flak-Kasernengelände, Wiese 
 Platzbau 1911 in Eigenleistung

Die Borussen-Erfinder

Angefangen hatte alles mit diesen drei schneidigen Jungs: Heinrich, Willi und Fritz Stamm. Nachdem sie mehrere Jahre lang zu dritt Abseitsfalle, Viererkette, Doppelraute und Toreschießen trainiert hatten, wurde es ihnen auf Dauer zu langweilig.

Im Jahr 1911 schlug die Geburtsstunde der Borussen Dröschede. Zwei Familien – die Familie Stamm mit drei Brüdern und die Familie Lücke mit ebenfalls drei Brüdern – traten bei der Gründung als treibende Kräfte hervor. Beide Familien waren gleichzeitig auch die ersten aktiven Mitglieder des Vereins.

Wichtigster Treffpunkt für die junge Borussia war das „Stamm’sche Haus“, in dem eine Bäckerei und eine Biergeschänke betrieben wurden. Der erste Sportplatz lag auf dem Gelände der jetzigen Westfälischen Kalkwerken. Kostenlose Verpflegung während der Spielerlebnisse war durch die Besitzerfamilie Jülich garantiert. Jülich stiftete das erste Tor­gelände für den Platz, der natürlich in Eigenarbeit hergerichtet wurde.

Der erste Spielbetrieb

Bis Ende 1915 nahm die Borussia an Spielbetrieb teil. Dann aber wurden alle Spieler nach und nach zum Militär eingezogen. Der Erste Weltkrieg machte dem Sport ein Ende.

Im Kriegsjahr 1915 entstand dieses Foto der damaligen ersten Mannschaft der Dröscheder Borussia. Die Spieler waren (hintere Reihe, von links): Hugo Lücke, Ernst Lücke, Fritz Tripp, Heinrich Schulte, Fritz Birk. Vorderreihe (von links): Heinrich Stamm, Johann Peters, Gustav Wehl, Rudolf Marks, Franz Weiler und Willi Siebert. Der Krieg beendete später eine große Ära des Vereins.

1914–1918: Erster Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg führte fast zwangsläufig zu einer Unterbrechung des Spielbetriebs, da zahlreiche Mitglieder einberufen wurden. Nach dem Krieg kehrten die Aktiven zurück, organisierten sich neu und konnten in dieser Phase bereits gegen höherklassige Gegner bestehen.

Der Spielbetrieb kam durch den Krieg zum Erliegen. Nach 1918 wurde der Verein wiederbelebt und gewann an Bedeutung, bis er in der Gauliga spielte.

1918–1939: Verlust des Platzes und Zusammenschluss

1928 I Die zweite Ära der Borussia Dröschede begann im Jahr 1928 unter dem Vorsitzenden Walter Hahn. Mit den Simons und den Marks dominierten wieder zwei große Familien den Verein und bildeten mit sechs Spielern den Stamm der Mannschaft.

1934 I Ein entscheidender Einschnitt folgte im Jahr 1934. Der damalige Sportplatz im Dröscheder Feld musste zugunsten einer Flak-Kaserne geräumt werden. Dadurch war man gezwungen, sämtliche Meisterschaftsspiele auswärts zu bestreiten.

Das Borussen-Team im Jahr 1934 auf dem alten Sportplatz. Stehend (von links): Rudolf Marks, Hans Kühnapfel, Erich Sichtermann, Karl Gluschke, Fritz Marks, Karl Marks, Willi Knoche. Vordere Reihe (von links): Hans Reinowski, Robert Beier und Franz Beil.

1936 I Ein Schritt, der den Verein nachhaltig beeinflusste. 1936 kam es zur Fusion mit dem Turnverein TuS 06 Dröschede , wodurch die Fußballabteilung unter dessen Dach weiterlief – und man den heutigen Platz „Auf der Emst“ anmietete und in Eigenleistung gestaltete.

1937 I Nach vier Probespielen startete die Borussia in der untersten Klasse. Der Aufstieg in die A-Liga gelang den Dröschedern spätestens im Jahr 1937 .

1939 I Inzwischen war ebenfalls der Zweite Weltkrieg ausgebrochen. Nun musste die Mannschaft um den Aufstieg in die Gauliga kämpfen, doch die Bezirksliga erreichte sie 1939 .

1939–1946: Zweiter Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg brachte erneut eine Pause von 1939 bis 1946 . Der Spielbetrieb ruhte während des Krieges vollständig.

1946–1963: Wiederaufstieg und Unterbrechung

Der zweite Sportplatz von Dröschede befand sich neben der alten Flak-Kaserne, die heute das Landesministerium nutzt. Der Platz war in Eigenleistung errichtet worden. Die Lederkugel rollte erstmals wieder im Jahr 1946 in Dröschede auf dem jetzigen Sportplatz „Auf der Emst“.

1950/51 gelang der Aufstieg in die Bezirksklasse. 1953 trennte sich die Fußballabteilung wieder vom TuS 06. Sofort hatten sich viele Fußballer mit dem Verein solidarisiert und 1953 wurde der Name „ F.C. Borussia Dröschede 1911 “ erneut zum Leben erweckt. Von da an bis 1957 führte Ernst Ruthmann die Geschicke des Vereins.

Spieler schafften die Erfolge der Mannschaft nicht nur durch sportliche Leistung, sondern auch durch ihre Kameradschaft auf dem Platz. Das große Ziel, die Borussia in die B-Klasse zu bringen, die Voraussetzung für einen sportlichen Aufstieg, erreichte Borussia im Jahr 1958.

1963–1972: Neuaufbau und sportliche Erfolge

Im Jahr 1963 begann man mit einer Senioren- und Jugendmannschaft den Spielbetrieb von neuem. Ein besonderes Zeichen des Engagements war 1964: Der erste Spatenstich für das Jugendheim „Auf der Emst“ – in dreijähriger Eigenleistung errichtet von 16 Vereinsmitgliedern. Das Heim wird noch heute vom Verein bewirtschaftet, ebenso der neue Sportplatz am TUS 06.

1965 Aufstieg in die nächste Spielklasse, 1970 in die 1. Kreisliga und Gewinn des Pokals. 1972 folgte der Abstieg.

Das größte Ziel der Vereinsgeschichte, die Rückkehr in die A-Klasse, gelang dann 1972 – knapp 15 Jahre nach dem Wiederaufstieg.

Die Vorstände über die Jahre

Vorsitzende des Vereins waren von 1953 bis 1978 Hans Klaas und von 1978 bis 1983 Wilhelm Schmidts. Nach dem Tode Dickhöners übernahm Hermann Peters bis zum Jahr 1980 den Vorsitz, bevor ihn Arnold Kräker ablöste.

Kräker wurde 1981 von Erwin Bräker abgelöst. Letzterer führt die Borussia später ab 1985 als Bruno Ginsberg den Vorsitz übernimmt.

1983–1988: Auf und Ab

Unter Hermann Dickhagen begann ein neuer Aufschwung:

  • 1983: Aufstieg in die 1. Kreisliga
  • 1984: Abstieg
  • 1985: Wiederaufstieg
  • 1988: Erneuter Abstieg

1989–1995: Stetiger Aufstieg unter Karl Heinz Lemmer

In den folgenden Jahrzehnten machten sich Aufstiege bemerkbar: Anfang der 1990er Jahre gelang unter der Führung von Vorsitzenden und Trainern, u. a. Karl‑Heinz Lemmer, ein entscheidender sportlicher Fortschritt:

  • 1990: Aufstieg in die Kreisliga A
  • 1992: Aufstieg in die Bezirksliga
  • 1994: Aufstieg in die Landesliga
  • 1993/1994: 2. Mannschaft steigt bis in Kreisliga A auf

Aufstiegsjahr 1993/1994

1996–2002: Umbau und Erweiterung des Vereinsheims

  • 1996: Fertigstellung des Umkleidegebäudes (Baukosten 250.000 DM, Zuschuss 120.000 DM) 2001: Bau des Kunstrasenplatzes
  • 2002: Weitere Aufstiege der 2. und 4. Mannschaft

1996–2018: Frauenfußball und infrastrukturelle Entwicklung

1996 I Gründung der Frauenfußballabteilung. 2008 Aufstieg in die Landesliga. Zwischen 2016–2018 spielte die 1. Frauenmannschaft in der Westfalenliga , die 2. in der Bezirksliga.

Danach Rückkehr in die Landesliga Südwestfalen. Parallel Ausbau der Vereinsanlage mit Tribüne, Parkplatz, Grillgebäude und DFB-Minispielfeld.

2006–2023: Westfalenliga und jüngere Vereinsgeschichte

2006: Erster Aufstieg der Herren in die Fußball-Westfalenliga , mit legendärem 1:0 gegen Oestrich vor 1.400 Zuschauern. Weitere Aufstiege in die Westfalenliga folgten. Ein Highlight war das Westfalenpokalspiel gegen Preußen Münster (1:3).

2023: Der Verein hat noch eine Herrenmannschaft in der Landesliga Südwestfalen und eine in der Kreisliga B sowie ein Altherren-Team.

Jugendabteilung – bis heute erfolgreich

Seit über 30 Jahren ist die Jugendabteilung durchgängig mit Teams von den Minikickern bis zur A-Jugend vertreten. Mehrere Jugendteams spielen regelmäßig in Bezirks- oder Landesliga.

Der Erfolg ist eng mit Uli Echtermann und seinem Vater Heinz Echtermann verbunden.